Wahlthemen fürs Nürnberger Land
Sonntag, 22. Februar 2026 | Autor: Andreas Brandl
Kurz und knapp: Ich stehe für
- original regional! Was für Schäufala und Bier gilt, muss auf für Energieerzeugung gelten, das hält die Wertschöpfung in der Region
- Gesundheitsversorgung: (Fach-)Ärzte müssen für jedermann gut erreichbar sein, die Notfallversorgung muss auch auf den Land gewährleistet sein. Durch den Wegfall der Krankenhäuser sind die Krankenwagen zu lange unterwegs!
- Ehrenamt schätzen und schützen – wie wäre es zB mit einer Mobicard für Menschen, die sich einbringen
- Besserer ÖPNV! Ein dichtes Netz bringt mehr Menschen dazu, das Auto stehen zu lassen
- Politik ohne Populismus! Sondern klares Benennen von Problemen.
Frankenfernsehen zur Kommunalwahl im Nürnberger Land:
Im Nürnberger Land gibt es viele Pendlerinnen und Pendler, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Was möchten Sie konkret für die Verbesserung des ÖPNV tun?
Der öffentliche Personennahverkehr steht und fällt mit dem Angebot. Vereinzelte oder gar seltene Verbindungen werden schnell irrelevant, da sie aus der Wahrnehmung der Nutzer verschwinden. Gerade im ländlichen Raum braucht es einen verlässlichen und gut abgestimmten ÖPNV. Verbindliche Fahrpläne, auch bei Rufbussen erhöhen die Nutzbarkeit. Bei Verspätungen sollten die Anschlussmöglichkeiten warten, damit man nicht an einer Haltestelle “strandet”. Das ist aber leider für den Landkreis alleine nicht zu stemmen, hier müssen Bund und Länder den Kommunen unter die Arme greifen.
Ein Diskussionspunkt im Kreistag beim Thema Busverkehr war das Stunden-Takt-Modell, das durch das Grenzwert-Plus-Modell ersetzt wurde. Vereinfacht gesagt heißt das, dass sich der Busfahrplan stärker nach der Nachfrage richten soll. Denken Sie, das ist der richtige Weg?
Das Grenzwert-Plus-Modell wurde eingeführt, um Geld zu sparen. Ob sich dadurch wirklich finanzielle Mittel einsparen lassen, darf bezweifelt werden. Denn ein Nahverkehr, der sich nach dem ständig ändernden Bedarf richtet, braucht auch mehr Möglichkeiten des Eingriffs und Personen, die das überwachen. ÖPNV muss verlässlich sein und über ein dichtes Netz verfügen. Statt über “Geisterbusse” zu lamentieren, sollte der Landkreis lieber das Angebot attraktiver machen und für ein positives Image werben.
Wie möchten Sie mehr Nachhaltigkeit auf Landkreisebene erreichen?
Ein attraktiver ÖPNV, der die Menschen dazu bringt, das eigene Auto stehen zu lassen und Busse sowie Bahnen zu nutzen, wäre schon ein großer Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Zusätzlich sollte der Landkreis eigene Gebäude und auch die Schulen um- bzw. nachrüsten, um nicht nur die günstigeren Erneuerbaren zu nutzen, sondern auch Energie einzusparen. Des Weiteren müssen regionale Wirtschaftskreisläufe gefördert werden, damit Waren nicht über weite Strecken transportiert werden müssen, wie zum Beispiel ein Schulessen mit regionalen Produkten.
Wo im Landkreis sind Ihrer Meinung nach dringend Investitionen notwendig – wo kann gespart werden?
Wir müssen in unsere Zukunft investieren, also in Bildung und Nachhaltigkeit, und dafür sorgen, dass es den Menschen heute besser ergeht, das bedeutet Gesundheitsversorgung und Infrastruktur.
Unsere Schulen sind heute schon ein Standortkriterium für junge Familien, dennoch muss in Räumlichkeiten und Ausstattung investiert werden. Nachhaltigkeit kann mit verbessertem ÖPNV, regionaler (Energie-)Erzeugung und kurzen Wegen geschaffen werden. Diese kurzen Wege sind auch bei der Gesundheits- und Notfallversorgung unabdingbar. Jeder Bürger muss den Facharzt erreichen können, so wie jeder Bürger auch vom Notarzt schnell erreicht werden muss. Durch den Wegfall einiger Krankenhäuser in den letzten Jahrzehnten, haben sich die Fahrtwege für Krankenwagen deutlich verlängert. Doch für die Notfallversorgung sind auch gute Verkehrswege von Nöten: Das Straßen- und Radwegenetz muss mit Bedacht ebenso ausgebaut werden, wie die Breitbandversorgung.
Um das alles zu erreichen, muss der Landkreis besonnen mit den Mitteln umgehen, Fördertöpfe von Bund und Ländern in Anspruch nehmen und versuchen, die Bürokratie auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Im Idealfall gelingt auch eine Investition in die Erzeugung erneuerbarer Energien, die in Zukunft Rendite abwirft.
Andreas Brandl, Landratskandidat Bunte Liste (Partei für Franken)






